Huub Oosterhuis

Huub Oosterhuis

Huub Oosterhuis (1933) hat Philosophie, niederländische Sprach- und Literaturwissenschaft und Theologie studiert. 1964 wurde er – nachdem er 1952 in den Jesuitenorden eingetreten war – zum Priester geweiht. Von 1965 an ist er der Amsterdamer Studentenekklesia verbunden.

Seit den fünfziger Jahren schreibt und publiziert Oosterhuis in großer Regelmäßigkeit Texte, Lieder und Gebete für eine neue niederländischsprachige Liturgie, theologische Aufsätze und freie Poesie. Sein Werk ist zu einem Großteil übersetzt, teilweise sogar in zwölf Sprachen, u.A. ins Papiamento, Indonesische und Japanische. Sein liturgisches Werk ist in kirchlichen Kreisen der Niederlande sehr weit verbreitet, eine allgemeine Bekanntheit genießt er in den Niederlanden, seitdem er am 15. Oktober 2002 die Ansprache bei der Beerdigung von Prinz Claus, dem Ehemann der niederländischen Königin Beatrix halten durfte.

In den siebziger Jahren war Huub Oosterhuis der Initiator und Inspirator der Aktion Poëzie Hardop ('Poesie – mit lauter Stimme'), Aufführungen, bei denen Poesie gesungen und vorgetragen wurde. Um Jugendliche mit Poesie bekannt zu machen, gründete er 1994 die 'Schule der Poesie'. Er errichtete auch zwei Zentren für die politische Debatte: 1972 de Populier, den Vorläufer des heute führenden Zentrums De Balie, und 1989 De Rode Hoed ('Der Rote Hut'). 1980 rief Oosterhuis die Stiftung Leerhuis & Liturgie ins Leben, deren Direktor er von 1980 bis 2002 war. Er war 15 Jahre der Chefredakteur von Roodkoper, einer Zeitschrift für Religion, Kultur und Politik, die er 1995 konzipierte, und er war der Inspirator der Messianischen Beratung, einer Plattform, wo sich Engagierte mit der niederländischen Asyl- und Flüchtlingspolitik auseinandersetzten.

1998 empfing Oosterhuis den Silbernen Orden der Stadt Amsterdam, und 2002 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Freien Universität von Amsterdam für seine liturgischen Texte verliehen. Bei den Parlamentswahlen 2006 war Oosterhuis Unterstützer der Sozialistischen Partei (SP). Er hat sich immer für Ausländer in den Niederlanden eingesetzt und war ein großer Befürworter des 'Generalpardons', das auch dank seines Einsatzes direkt nach den Wahlen auf die politische Agenda gesetzt wurde.

In jüngster Zeit ist die Stichting (Stiftung) Leerhuis & Liturgie aufgenommen worden in die Stichting De Nieuwe Liefde ('Die Neue Liebe') - benannt nach dem neuen Haus, ein Zentrum für Religion, Kultur und Politik, dass Huub Oosterhuis und seine Mitarbeiter in Februar 2011 in Amsterdam eröffnet haben. Mehr Informationen: www.denieuweliefde.com (nur niederländisch).

'Die Neue Liebe'

< zurück zur Übersicht