Römisch-katholische Einwände gegen Lieder

Huub Oosterhuis ist der populärste Kirchenliederdichter der Niederlande. In jüngster Zeit ist viel Aufruhr entstanden durch die Tatsache, dass seine Lieder mehr und mehr aus der katholischen Liturgie abgewehrt werden: zwei Zensoren - Bischof-Coadjutor Herman Woorts und Pastor Cor Mennen - angestellt von Bischof Hurkmans van Den Bosch und Erzbischof Eijk van Utrecht streichen die Lieder aus dem 'Messbüchlein' (Liturgiehefte), aus denen die gesamten katholischen Niederlanden singen.

Gerade weil die Lieder so populär sind – jahrzehntelang bestand ein Drittel bis zur Hälfte dieser Liturgiehefte aus Liedern von Huub Oosterhuis – machten sie Schlagzeilen in den letzten beiden Wochen des März 2010. Bischof De Korte van Groningen ließ über die Presse wissen, dass Menschen die Lieder in Ruhe weitersingen können, was ihm einen öffentlichen Verweis des Erzbischofs eintrug. Es geht hier um Lieder wie Die Steppe wird blühen – im Jahr 2006 ausgewählt als 'schönstes niederländisches religiöses Lied' – und Licht, das uns anstößt früh am Morgen, das u.a. auf der Beerdigung von Prins Claus gesungen wurde. Mehr >

Ob dieser 'Liederstreit' eine Fortsetzung in Deutschland erfährt, ist unsicher. Das heutige Gotteslob enthält sechs Lieder von Huub Oosterhuis. Im vorigen Jahr erhielt der Bischof von Würzburg einen Brief aus Middelburg, in dem ihm stark abgeraten wird, Lieder 'des Ketzers Oosterhuis' in das neue Gemeinsame Gebet- und Gesangbuch (GGB) aufzunehmen. Dieser Brief wurde während der Versammlung der Liedkommission in Salzburg zur Sprache gebracht. Vorsitzender Rudolph Pacik musste seine Mitglieder davon überzeugen, dem kein Gehör zu schenken mithilfe der folgenden Argumentation: Papst Johannes Paul II hat einer Anzahl moderner Künstler den Auftrag gegeben, Kunstwerke für den Vatikan zu schaffen. Huub Oosterhuis ist ein moderner Sprachkünstler. Sollten wir ihm den Zugang zu unserem Liederbuch verweigern? Nein, fand man fürs erste.



Ein 'Gotteslob' ohne Lieder wie 'Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr' oder
'Herr unser Herr, wie bist du zugegen', würde aber wohl auf Widerstand
auch in unseren Gottesdienstgemeinden stoßen.
(Stephan Neumann, Christ in der Gegenwart 20/2010)

Man verrät kein Geheimnis, wenn man darauf hinweist, dass manche es darauf anlegen,
Lieder von Oosterhuis aus dem künftigen neuen
Gebets- und Gesangbuch herauszuhalten -aus welchen Gründen auch immer. Käme es dazu, wäre dies sicherlich ein schwerer Verlust an authentischer geistlicher Qualität eines solches Werkes.
(Klaus Nientiedt, Konradsblatt 28/2009)